M/S FORELLE

Kurz.Vita:

 

00.00.1934 Bestellt von der Reederei Vöge & Däcker, Flensburg.
04.07.1934 Stapellauf
25.08.1934 Ablieferung
00.00.1934 Einsatz zwischen Flensburg und Glücksburg.
01.11.1937 Übernahme durch Förde-Reederei GmbH, Flensburg.
19.08.1940 Von der Kriegsmarine eingezogen und Fahrt nach Wilhelmshaven zur Inspektion.
04.09.1940 Rückgabe an den Eigner.
01.05.1953 Einsatz zwischen Flensburg und Kollund.
00.00.196? Umbau des oberen Passagierdecks, bei der Bauwerft.
01.07.1965 Kurzer Einsatz zwischen Langballigau und Sønderborg.
00.10.1976 bis September 1977
Verchartert an Flensburger Fährschiffahrt Rita und Günter Heise, Flensburg.
00.00.1984 Anfang des Jahres verkauf an Este-Reederei Gmbh, Buxtehude.
Generalüberholung durch den neuen Eigner, u.a.
wird der obere Aufbau wieder abgenommen.
01.05.1985 Einsatz zwischen Buxtehude und Hamburg, sowie Ausflugsfahrten.
29.03.1989 In Hamburg-Finkenwerder gesunken.
00.04.1989 gehoben und wieder instandgesetzt.
00.00.1990 Heimathafen: Boizenburg.
00.00.1993 Einbau eines neuen Fahrmotor
00.00.1996 Einsatz auf der Flensburger Förde.
00.03.2000 Auf der Fahrt von Flensburg nach Buxtehude,
wird das Schiff in Rendsburg von der WSP stillgelegt, wegen schwerer
Sicherheitsmängel. In Rendsburg aufgelegt.
00.04.2001 verkauft an Jovita Kauneckytė, Klaipeda
Einsatz für Jovila-Vandens Turizmo Agentura
zwischen Klaipėda, Juodkrantė, Nida und zurück
sowie Klaipėda, Juodkrantė, Pervalka und zurück
00.00.2005 verkauft an
Klaipedos Remontas UL.
Einsatz im Sommer zwischen
Nida und Minge sowie Sonderfahrten

 

 

Motorschiff FORELLE


Bauwerft: 1934, Flensburger Schiffbau Gesellschaft, Bau-Nr. 424, Stapellauf: 04.07.34, Ablieferung: 25.08.34,
Unterscheidungssignal: DJAT, BRT: (Volldecker) 53,92, NRT: 22,33, Höchstzahl d. Passagiere: 154, Länge ü.A. : 23,0 m, Länge zw.d.L.: 20,91 m, Breite: 4,83 m, Seitenhöhe: 1,9 m, Tiefgang: 1,8 m, Maschinenanlage: 1 MAN-Viertakt Dieselmotor, Leistung: 125 PSe, Höchstfahrt: 9 Knoten, Klassenzeichen: G.L. + 100 A 4 W (Wattfahrt) E 

Lebenslauf
Ablieferung an die FLENSBURGER FÖRDE MOTORSCHIFFAHRTSGESELLSCHAFT (FFM) und Einsatz auf der Linie Flensburg - Glücksburg. Ab September 1934 gemeinsam mit dem baugleichen Schwesterschiff LIBELLE (FSG, Bau-Nr. 425). Direkte Konkurenz zur VEREINIGTEN FLENSBURG EKENSUNDER & SONDERBURGER DAMPFSCHIFFS GESELLSCHAFT. Nach deren Konkurs 1935 wird die FÖRDE REEDEREI GmbH als Nachfolge- und Auffanggesellschaft gegründet. Übernahme der Dampfer ALBATROS; HABICHT und ALEXANDRA. Zugleich Fusion mit der FFM und Übernahme der Motorboote GRILLE, JOHANNA sowie FORELLE und LIBELLE. Weiterer Einsatz auf der Linie nach Glücksburg auch durch die FÖRDE REEDEREI. 1940 Requeriert durch die Kriegsmarine für die "Operation Seelöwe" (Invasion Englands mit Kleinfahrzeugen) und durch den NOK nach Cuxhaven verholt. Dort in Wartestellung mit anderen. LIBELLE wird Büroschiff der Kommision. Nach 14 Tagen wird die Unternehmung abgeblasen und die Schiffe kehren heim. 1941-45 auf der Linie Flensburg - Solitüde - Glücksburg im Einsatz. 1946-48 Linie Flensburg - Mürwik -Ostseebad. 1949-52 Linie Flensburg - Meierwik - Glücksburg. 1953 wird erstmals seit 1939 Kollund/DK angelaufen. Zunächst nur von FORELLE und LIBELLE, später auch von anderen Einheiten. Umrüstung zum "Verkaufsschiff" mit Kiosk und somit sind die "Zwillinge" die ersten Butterdampfer ! (Siehe auch Aufsatz über den KIOSK unter der Rubrik "Verschiedenes/Dumm Tüüch") 1959 fährt FORELLE die Eröffnungsfahrt auf der neuen Linie Glücksburg - Kollund. Später wird hier der Neubau HOLNIS (1961) eingestzt. Bis 1964 fahren beide Schiffe hauptsächlich auf der Linie Flensburg - Kollund (Sommer) und Flensburg - Glücksburg (Winter). Ab 1966 Einsatz beider Schiffe auf der neuen Linie Langballigau -Sonderburg. 1968-73 weiterer Einsatz auf der Kollund-Linie. In dieser Zeit werden beide Schiffe nach und nach Modernisiert. Beide erhalten neue Aluminiumaufbauten auf dem Oberdeck bei der FSG. LIBELLE erhält zudem ein neues und moderneres Ruderhaus. Hierdurch wird der Holzmast entfernt und durch einen kleineren, klappbaren Stahlmast am Schornstein ersetzt. Damit sollte die Möglichkeit geschaffen werden unter der neuen Egernsund-Brücke durchfahren zu können. LIBELLE fährt ab 1970 auch häufig als Einsatzschiff auf der Linie Glücksburg - Gravenstein zusammen mit der MEIERWIK (1963). 1975 ist FORELLE (Kapt. Max P. Hansen) auf der Linie Langballigau - Sonderburg im Einsatz. In dieser Zeit gibt es Verkaufsverhandlungen mit Interessenten aus Afrika. Der Handel kommt aber nicht zustande. Ab Herbst 1976 fährt die FORELLE in Charter der FÄHR und FÖRDESCHIFFAHRT RITA und GÜNTER HEISE KG. Fahrten um die Ochseninseln mit zollfreien Einkauf stehen im Logbuch. 1976 geht die FORELLE zurück an die FÖRDE REEDEREI und Heise kauft die LIBELLE, welche nun fortan als BENTE (Name der jüngsten Tochter von G&R Heise) auf der Förde fährt. Kapitän ist Karl "Kuddel" Kuhn. FORELLE fährt Flensburg - Kollund (Kapt. Henry Heise, Vater v. Günter
Heise).1978 erhält die FORELLE ein Radargerät und wird im Sommer auf der Linie Glücksburg - Kollund und ab Herbst zu Rundfahrten um die in der Geltinger Bucht liegenden Tanker (Kapt. W. Strothenke) eingesetzt. Im Winter Auflieger im "Forellenhof". Ab 1980 in den Sommermonaten Flensburg -Kollund (Kapt. G. Groneberg) und im Winter Einsatzschiff an Wochenenden und in der Weihnachtszeit. BENTE fährt sog. "Kurzfahrten" auf der Förde. 1980 wird die BENTE auf der Werft in Egernsund/DK modernisiert. Zum Einbau kommt ein neuer SB-Markt im unteren Salon und der obere Salon erhält eine hölzerne Vertäfelung sowie neue Tische und Sitze. Auch ein Radargerät wird montiert. Heise setzt die BENTE nun auch auf der Kollund-Linie ein, da die lukrativen Kurzfahrten von der größeren JULIANE (ex PELLWORM 1966) bedient werden. 1982 chartert E.H. RASMUSSEN die BENTE und setzt diese zu Einkaufsfahrten ab Neukirchen sowie auf der Kollund - Linie ein. Im Sommer 1982 ist die FORELLE ein letztes Mal auf der Linie nach Kollund eingesetzt (Kapt. W. Strothenke).Im Frühjahr 1984 verläßt die FORELLE ihren Heimathafen. Das Schiff ist an die ESTE REEDEREI in Buxtehude verkauft. Inhaber Gerhard Siemens überholt das Schiff und nimmt ein Teil des oberen Aufbaus ab um wieder mehr Freideck zu bekomme. Fortan fährt die FORELLE auf Elbe und Este Ausflugsfahrten. Am 29. März 1989 sinkt die FORELLE im Buxthuder Hafen aus ungeklärter Ursache. Im April wird sie von der Fa. Taucher Flint gehoben und wieder instandgesetzt. Danach wieder im Einsatz. Die BENTE ist zwischenzeitlich in den Besitz von Herbert und Juliane (geb. Heise) Seebode übergegangen und wird weiterhin zu Kurzfahrten eingesetzt. Nach dem Ende der Butterfahrten (sog. Stichfahrten mit kl. Transitration) im Jahre 1986 verlegen Seebodes ihr Geschäftsfeld an die Schlei und bieten mit der BENTE touristische Fahrten an. Im Jahre 1994 kauften sie ein größeres Fahrgastschiff aus Schweden (STADT KAPPELN ex SVEA LEJON) und legten die LIBELLE in Kappeln auf. Die FORELLE hatte 1996 ein Comeback auf der Förde, in dem die ESTE REEDEREI das Schiff nun von Flensburg aus einsetzte. Unter Kapitän G. Cordes fuhr die FORELLE auf der Linie Flensburg - Ostseebad - Solitüde. Gerhard Siemens wollte seinen gesammten Reedereibetrieb nach Flensburg verlegen, machte sich aber mit recht "eigenwilligen" Benehmen in Flensburg keine Freunde. So verließ die FORELLE im März 2000 ihre alte Heimatstadt ein zweites Mal. Auf der Überführung wurde das Schiff in Rendsburg von der Wasserschutzpolizei stillgelegt, da Sicherheitsmängel beanstandet wurden. Das Schiff lag noch eine Weile in Rendsburg. 2003 gelangte die FORELLE mit neuen Eignern nach Jovila in Litauen. Von dort aus wird sie zu Ausflugsfahrten eingesetzt. BENTE wurde 1998 an Joachim und Jenny Kowalski in Flensburg verkauft. Das Schiff wurde überführt und erhielt seinen alten Namen LIBELLE zurück. Geplant war eine Totalrestaurierung in den Originalzustand bzw. Optik 50er Jahre. Der Rumpf wurde Überholt und der Aufbau abgebrannt. Der untere Salon entkernt und Konserviert. Ein neuer Aufbau in historischer Optik wurde gebaut und die LIBELLE zum Wohnschiff ausgebaut. Die Restaurierung kam ins Stocken da die Eheleute Kowalski sich trennten und Jenny K. das Schif nun alleine behielt. Bald darauf verlegte LIBELLE zu den Ochseninseln. Im Frühjahr 2009 kehrte das Schiff nach Flensburg zurück und im Herbst übernahm ein neuer Eigner die LIBELLE. O.v.Hacht will die Restaurierung nun vorantreiben. Im Herbst 2009 war der Dampfer bei der Museumswerft Flensburg geslipt und ein neuer Bodenanstrich sowie Aussenbord ausgeführt. LIBELLE soll privates, fahrtüchtiges Museumschiff werden.
Quellen: Gerhard Moltsen (+) , G.U.Detlefsen -Flensburger Fördeschiffe 1977, Kapt. Henry Heise (+), Kapt. Strothenke (+), Kapt. Groneberg und eigene Beobachtung und Notizen Kay Von Eitzen

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